Freitag, 9. Mai 2014

Reimar Oltmanns "Kein schöner Land in dieser Zeit. Verlorene Illusionen". Bild-Band 1 (1969-1979) und Bild-Band 2 (1980-2010)
























Der erste Band mit Bilddokumenten von 427 Seiten hilft Gedächtnislücken zu schließen. Nur ein präzises Erinnern lässt gesellschaftliche Stagnation, gedanklichen Stillstand - aber auch restaurative Abläufe in ihrer Kontinuität erkennen. Spuren in Manuskripten wie sorglos verschüttete Texte gilt es zu sichern, nicht nahezu alles einer teilnahmslosen Beliebigkeit zu überlassen. In diesem Buch erzählt Reimar Oltmanns von Menschen , Schicksalen, Ereignissen - von verloren gegangenen Illusionen. Diese edierte Reportage-Sammlung entführt Leser wie Leserinnen auf eine Weltreise - spannend, analytisch, einfühlsam. Es sind Beschreibungen aus einer längst verflossenen Epoche, aber in ihrer Aussagekraft immer noch aktuell.

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Reimar Oltmanns: Kein schöner Land in dieser Zeit. Verlorene Illusionen - Reportagen, Berichte, Porträts, Erzählungen zur Zeitgeschichte. Band 1 (1969-1979). Books-on-Demand, Norderstedt 2010, ISBN 9783842332942

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 e-paper:
http://itunes.apple.com/de/book/kein-schoner-land-in-dieser/id445836980?mt=11
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Im zweite
n Band mit zahlreichen Fotografien von 352 Seiten belichten Milieubeschreibungen aus vielen Ländern die Wirklichkeit. Sie zeigen Denkweisen, Gefühle und Handlungsstrategien einer vergangenen Ära. Ein Rückblick, der verdeutlicht, dass die Befindlichkeiten der Menschen, ihre Hoffnungen, Perspektiven und Verzagtheiten, ihre Rechtfertigungs- und Verdrängungsmechanismen intensiver waren als im darauffolgenden Jahrzehnt. - Reportagen biegen Realitäten nicht zurecht, lassen sich nicht in erwartete ideologische Grundraster zwängen, sprengen deren Rahmen. Die Reportage ist und bleibt dieKönigin der journalistischen Kunst.

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Reimar Oltmanns:
Kein schöner Land in dieser Zeit. Verlorene Illusionen - Reportagen, Berichte, Porträts, Erzählungen zur Zeitgeschichte. Band 2 (1980-2010). Books-on-Demand, Norderstedt 2010, ISBN 9783842333130
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e-paper:

http://itunes.apple.com/de/book/kein-schoner-land-in-dieser/id445836999?mt=11

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"Die Zeit heilt Schmerzen und Streitigkeiten,
weil der Mensch sich ändert.
Weder der Beleidiger noch der Beleidigte
bleiben, was sie einmal waren."
Blaise Pascal, katholischer Philosoph (*1623+1662)

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Milieubeschreibungen, Erzählungen und Berichte des Autors Reimar Oltmanns über die Mächtigen, Verbannten wie Ausgesperrten in vielen Ländern in ihren Epochen belichten die Wirklichkeit dieser Jahrzehnte. Sie zeigen  eindrucksvoll verschiedene Denkweisen, Gefühle, Ohnmachtsmomente und einen unbändigen Freiheitswillen der beschriebenen Einzelschicksale überall auf der Welt.

Der Autor war als Reporter für  verschiedenen deutsche Magazine an vielen Krisen- und auch Kriegsschauplätzen unterwegs. Seine Bücher machen nachdenklich. Oltmanns berichtet vorgeblich über Hunger, Umweltzerstörung, Kindesmisshandlungen, Folter im Namen der Terroristenjagd wie  die systematische Durchleuchtung des einst unbescholtenen Bürgers. Schauplätze, gar Anlässe mögen sich verändert haben, Grundbedingungen des Überlebenskampfes schaffen vielerorts neue Aktualität.

Beide Bücher von Reimar Oltmanns umfassen ganze vierzig Jahre - und vier Jahrzehnte sind kein Tag. Leser wie Leserinnen werden unweigerlich über die anschaulichen Texte reflektieren, weil sie sich fragen, welche Fortschritte für die Würde des Menschen tatsächlich - in Sachen Demokratie , Menschenrechte, gegen Ausbeutung der Bevölkerung - gemacht worden sind. Es hat sich, das belegen die beiden Bände zweifelsfrei. wenig verändert. Hoffnung? Fehlanzeige.

Aber auch in Europa - vornehmlich in Deutschland - werden Oltmanns Reportagen zu einem Stück Geschichtsbegleitung, Geschichtsbeschreibungen. Die politische Routine in den Hauptstädten dieses Kontinents entpuppt sich zunehmend geschmeidiger, konturloser zu einer TV-Soap. Die Wirklichkeit (dies zeigen Oltmanns Texte über die Oben-und-Unten-Verhältnisse) in Deutschland hingegen - dort draußen in den Provinzen und Regionen - folgt längst ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten, Lebensgefühlen und Erfordernissen. Es sind kaum wahrnehmbare Verzagtheiten von Menschen, die sprachlos am Wegesrand stehen - Menschen als Kostenfaktor.

Es sind Bücher, die politische Zusammenhänge verdeutlichen und emotional berühren. Wie schrieb der Autor: "Was wir wollten, was aus uns geworden ist." Für den Geschichtsunterricht sehr zu empfehlen.